Gedichte Thema: Trauer


Einen Menschen zu verlieren, mit Trauer und Schmerz umzugehen, all das fällt unsagbar schwer. So viele Gedanken, so viel Kummer gehen einem durch den Kopf und man ist sich sicher, er kommt nie wieder zurück. Gedichte zum Thema Trauer drücken aus wie man sich fühlt und was man in solch schwere Zeit empfindet.

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,
Die düstere Wolke dort, so bang, so schwer;
Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,
Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.
Vom Himmel tönt ein schwermutmattes Grollen,
Die dunkle Wimper blinzet manches Mal,
So blinzeln Augen, wenn sie weinen wollen,
Und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl.
Nun schleichen aus dem Moore kühle Schauer
Und leise Nebel übers Heideland;
Der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,
Die Sonne lässig fallen aus der Hand.
Nikolaus Lenau


Dich zu verlieren war sehr schwer.
Dich zu vermissen noch viel mehr.
Aber die Erde hat kein Herz,
fühlt kein Mitleid, keinen Schmerz,
sie ist gerade wie das Meer.
Was sie einmal hat, gibt sie nicht mehr her.
Du wirst in meinem Herzen leben.
Du warst mein Leben.


"Hast Du Angst vor dem
Tod?" fragte der kleine
Prinz die Rose.
Darauf antwortete sie:
"Aber nein. Ich habe doch
gelebt, ich habe geblüht
und meine Kräfte eingesetzt
soviel ich konnte.
Und Liebe, 1000fach
verschenkt, kehrt wieder
zurück zu dem, der sie gegeben.
So will ich warten
auf das neue Leben
und ohne Angst und Verzagen verblühen".
Antoine de Saint-Exupéry


Nun bevölkert sich das hohe Drüben
langsam für den alternden Gefährten
und ermahnt ihn, liebe Pflicht zu üben.

Was sie hier vielleicht ihm nicht gewährten:
dass er ihnen helfen durfte leise,
zart befruchtend ihrer Seele zärten,
darf er jetzt in geistigerer Weise.

Darf ins Labyrinth der Geister ihnen
folgen und auf ihrer Geisterreise
durch Gedanken und Gefühle dienen.
Christian Morgenstern